7 Inseln nach Verlust

Manchmal stirbt ein Mensch.
Manchmal endet eine Beziehung, ein Lebensentwurf oder eine Sicherheit.
Und manchmal gehen ein Zuhause, die Gesundheit, eine Rolle oder ein vertrautes Bild von sich selbst verloren.
Der Verlust kann so leise sein, dass andere ihn kaum bemerken, während in dir längst nichts mehr so ist wie vorher.

Die 7 Inseln nach Verlust sind ein von mir entwickeltes Modell, um solche inneren Prozesse besser zu verstehen. Es beschreibt keine starre Abfolge und keine Schubladen. Es ist eher eine innere Landkarte für Menschen, die spüren: Etwas in mir reagiert noch auf etwas, das ich verloren habe.

Du möchtest mit dem Inselmodell nicht nur lesen, sondern drei Monate begleitet arbeiten?
Hier findest du mein Online-Angebot „Kurswechsel im stillen Sturm“.

Warum Inseln?

Verlust fühlt sich selten klar strukturiert an. Eher wie ein Knäuel von Eindrücken, Gefühlen, Absichten, Überforderungen und Erwartungshaltungen von außen im Meer der Tränen. Manchmal auch im Meer der trockenen Tränen. 

Manchmal bist du klar und gefasst. Dann wieder wütend, taub, erschöpft, schuldig, überfordert oder erstaunlich ruhig. Vielleicht verstehst du selbst nicht, warum du an einer Stelle funktionierst und an einer anderen plötzlich nicht mehr weiterkommst. Das Bild der Inseln hilft, diese Zustände nicht sofort bewerten zu müssen.

Auf einer Insel zu sein, beschreibt nicht dich als ganzen Menschen. Du bist nicht die Insel. Sie ist ein Ort, an dem ein Teil von dir gerade steht. Dort gibt es Schutz, Reaktion, Erinnerung und oft auch eine Fähigkeit, die früher wichtig war. Erst wenn du erkennst, auf welcher inneren Insel du dich befindest, kann wieder Orientierung entstehen.

Im Gespräch über Verlust und die 7 Inseln

Wie erleben Menschen Verlust, und warum verläuft Trauer nicht in einer festen Reihenfolge?

Im Podcast „Aber wie fantastisch bist du denn bitte?“ spreche ich mit Julia Gilbert-Kadel in der Folge „Verlust ist mehr als Du denkst“ darüber, wie die 7 Inseln Orientierung geben können, ohne das persönliche Erleben in ein starres Modell zu pressen.

Was die 7 Inseln nach Verlust sichtbar machen

Die 7 Inseln nach Verlust zeigen, dass Trauer und Verlust nicht nur aus Weinen bestehen.

Verlust kann sich auch zeigen als Kontrolle, Rückzug, Wut, Schuldgefühl, Erschöpfung, inneres Chaos oder der Versuch, alles rückgängig zu machen. Viele Menschen halten solche Reaktionen für persönliche Schwäche. Aus meiner Sicht sind es oft sinnvolle innere Antworten auf etwas, das noch keinen guten Platz gefunden hat.

Das Modell macht sichtbar:

Verlust betrifft nicht nur das Herz. Er betrifft auch das Nervensystem, Beziehungen, Körperwahrnehmung, Entscheidungen und das Vertrauen in dich selbst.

Für wen das Modell hilfreich sein kann

Das Modell kann dir helfen, wenn du weißt, was du verloren hast, aber deine Reaktionen noch nicht einordnen kannst.
Es kann auch hilfreich sein, wenn du dich erschöpft, unruhig, leer oder orientierungslos fühlst, ohne dein Erleben bisher als Trauer zu bezeichnen.

Die 7 Inseln nach Verlust im Überblick

Insel der
Verleugnung

Schutz durch Betäubung, dosiertes Begreifen

Auf dieser Insel fühlt sich etwas in dir an, als könne das Geschehene noch nicht ganz wahr sein.

Vielleicht funktionierst du weiter, bist sehr ruhig oder spürst wenig. Das ganze Ausmaß wäre noch zu viel.

Du übergehst das nicht bewusst, wirst aber oft missverstanden.

Manchmal schützt dich dein Inneres  davor, alles auf einmal begreifen zu müssen.

Verleugnung kann heißen:
„Das kann nicht sein.“

Insel der
Wut

Kraft, Grenze, Würde,
sicherer Ausdruck

Hier zeigt sich Kraft.
Wut kann laut sein, aber auch still, hart, gereizt oder bitter.

Sie entsteht oft dort,
wo etwas als ungerecht, entwürdigend oder nicht akzeptierbar erlebt wurde.

Wut ist nicht das Gegenteil von Trauer. Sie kann ein Teil davon sein.

Bleibt die Wut ohne Ausgleich, kann sie auch zerstörerisch werden.

Wut wird laut:
„Das ist nicht fair.“

Insel der
Trauer-Depression

Rückzug erlauben, Kräfte sammeln, Stille und Schlaf

Hier wird es stiller.
Diese Insel kann sich wie Rückzug, Müdigkeit, Leere oder Schwere anfühlen.

Nicht jeder Rückzug ist krankhaft.

Manchmal braucht ein Mensch weniger Außen und mehr Schutz, damit das Innere überhaupt nachkommen kann.

Bleibst du sehr lange auf dieser Insel, kann der Rückzug dich zusätzlich schwächen.

Stille Trauer:
„Hier darf ich Kraft sammeln.“

Insel der
Verhandlung

Kontrollwunsch erkennen, Druck rausnehmen

Auf dieser Insel sucht dein Inneres nach Kontrolle. 

Du denkst vielleicht: Hätte ich anders gehandelt, wäre es nicht passiert.

Oder: Wenn ich mich nur genug anstrenge, kann ich es noch wenden.

Verhandeln ist oft der Versuch, einem Kontrollverlust etwas entgegenzusetzen. 

Hier entsteht Perfektionismus.

Verhandeln kann heißen:
„Hätte ich nur … dann wäre es nicht passiert.“

Insel der
Schuldgefühle

Verantwortung sortieren, Entlastung finden

Auf dieser Insel wird Verantwortung oft zu schwer.

Vielleicht prüfst du immer wieder, was du hättest anders machen müssen.
Schuldgefühle können sehr bindend sein, weil sie zumindest die Illusion geben, noch Einfluss gehabt zu haben.

Wichtig ist hier die Unterscheidung:
Was war wirklich Verantwortung und was ist nachträgliche Selbstverurteilung?

Hier reift etwas in dir:
„Verantwortung
oder Schuld?“

Insel der
Desorganisation

Orientierung verlieren dürfen, Chaos vor Stabilität

Diese Insel fühlt sich oft chaotisch an.

Nichts passt richtig zusammen. Gefühle wechseln, Gedanken springen, Entscheidungen fallen schwer. Vielleicht erkennst du dich selbst kaum wieder.

Das bedeutet nicht, dass du falsch bist.

Es kann bedeuten, dass dein Inneres gerade versucht, eine neue Ordnung zu finden, weil die alte nicht mehr trägt.

Chaos:
„Ich weiß gerade nicht mehr, wer ich bin.“

Insel der
Versöhnlichkeit

Integration, einen möglichen Schock lösen, ohne zu vergessen

Diese Insel bedeutet nicht, dass alles gut ist.

Akzeptanz heißt nicht: Es war nicht schlimm.
Und Versöhnlichkeit heißt nicht, dass du etwas schönreden musst.
Es bedeutet eher, dass das Geschehene einen Platz in deiner Geschichte bekommt, ohne dein ganzes Leben weiter zu bestimmen.

Versöhnlichkeit kann heißen:
„Ich darf weiterleben, ohne zu vergessen.“

Das Besondere an den 7 Inseln

 

Trauer verläuft nicht linear.

Die 7 Inseln geben dir eine verständliche Orientierung, ohne dich in eine Schablone zu pressen.

Du darfst erkunden, Pause machen, zurückgehen – und trotzdem einer Karte folgen.

 

Viele Menschen verbinden Verlust sofort mit Tod.

Das ist verständlich, aber zu eng. Auch andere Erfahrungen können Verlustprozesse auslösen: Trennungen, Umzüge, Krankheit, berufliche Brüche, nicht gelebte Möglichkeiten, Kontaktabbrüche, alte Beziehungserfahrungen oder das Ende eines Selbstbildes.

 

Manchmal trauern Menschen nicht um einen Menschen, sondern um das Leben, das sie gern gehabt hätten.

 

Oder um die Sicherheit, die nie da war.

 

Oder um eine Version von sich selbst, die sie lange aufrechterhalten mussten.

 

Auch solche Verluste brauchen Sprache.

Woran du merken kannst, dass ein Verlust noch in dir arbeitet

Ein Verlust ist nicht immer bewusst als Trauer spürbar.

Manchmal zeigt er sich indirekt. Du wirst schneller gereizt. Du kontrollierst mehr. Du ziehst dich zurück. Du funktionierst, aber innerlich fehlt Verbindung. Du verstehst vieles, aber es wird nicht leichter.

Oder du merkst, dass alte Beziehungsmuster dein Heute stärker beeinflussen, als dir lieb ist.

Dann geht es nicht darum, dich noch mehr anzustrengen.

Es geht darum, genauer zu erkennen, was in dir eigentlich reagiert.

Du möchtest mit den 7 Inseln weiterarbeiten?

Du kannst das Inselmodell im dreimonatigen Online-Angebot „Kurswechsel im stillen Sturm“ kennenlernen und vertiefen.

Ich arbeite mit den 7 Inseln auch in der Einzelbegleitung. Dort können wir deine persönliche Verlustsituation und die Inseln, die für dich gerade bedeutsam sind, individuell betrachten.

Häufige Fragen

Muss ich es „Trauer“ nennen?

Nein. Benenne es so, wie du gerade kannst. Wichtig ist nur, dass du spürst: Da ist etwas, das innerlich nachwirkt.

Ich habe keine Verluste!

Du bist gerade noch auf der Insel der Verleugnung. Das ist okay. 
Hättest du deinen Verlust schon verarbeitet, wärst du damit versöhnt und könntest ihn benennen. (Ja, das klingt provokant. Doch an diesem Punkt benenne ich es, wie es ist.)

Was ist der erste Verlust im Leben eines Menschen?

Du hast ihn erlebt. Reden wir drüber.
An dieser Stelle ein Dank an alle Hebammen, die Neugeborene sanft ankommen lassen in diesem Leben.
Vielleicht erinnern sich nur wenige an den Verlust am Tag ihrer Geburt. Doch er wirkt in uns.

Kundenstimmen

1:1

Sabine Fleissner hat mir in einigen körperlichen Dingen geholfen, die für mich unerreichbar erschienen und die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Durch ihre facettenreiche psychologische Beratung hat sie mit mir Probleme herausgearbeitet, die sie dann auf einer Liege mit wundersamen Griffen der Human Therapy auf körperlicher Ebene gelöst hat. Echt empfehlenswert!

Heike Connor (Email)

1:1

Ich erhielt bei Frau Fleißner zeitnah einen Termin. Sie hat eine ruhige, empathische Art zu reden und schafft somit eine angenehme Atmosphäre. Sie arbeitet behutsam mit fachlicher Kompetenz und überzeugt mich mit individuellen Lösungsansätzen.

Für ihre Unterstützung bin ich sehr dankbar und kann sie bestens weiter empfehlen.

Ruth Wenzl (Bewertung Google Profil)

Psychotherapie im Gruppenkontext

Mit dem Tag und den ausgewählten Inhalten gestern hast du mir sehr geholfen wieder bei mir zu sein und zu wachsen.

Das Gehörte und Gesehene zur Trauerbewältigung und Selbstliebe gebe ich an meine Kinder weiter. 

(Herz)/Whatsapp

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